BESCHWERDEN UND ERKRANKUNGEN
 
Das Spektrum der gynäkologischen Beschwerden und Erkrankungen ist vielfältig. Besonders häufig vorkommende Beschwerden und Erkrankungen in einer Frauenarztpraxis werden nachfolgend besprochen.

Wir bieten Ihnen bei allen gynäkologischen Erkrankungen eine große Auswahl an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.

Blutungsstörungen

Blutungsstörungen sind alle Abweichungen vom normalen Menstruationszyklus.So können z. B. die Blutungsdauer, die Blutungsstärke oder die Blutungshäufigkeit verändert sein.

Blutungsstörungen können unterschiedliche Ursachen haben, z. B. organische Veränderungen wie Myome oder Polypen, Entzündungen oder Verletzungen, hormonelle Störungen, Tumoren u. s. w.

Durch eine gründliche Anamnese und eine genaue Untersuchung inklusive Vaginalultraschall, zytologische und bakteriologische Abstriche, Hormonanalysen u. a. m. können wir das Beschwerdebild eingrenzen und die notwendige Therapie einleiten.

Brustbeschwerden

Häufige Beschwerden der Brust sind Schmerzen, ein- oder beidseitig, getastete Knoten, Sekretion (Flüssigkeit aus der Brustwarze) aber auch Hautveränderungen oder Lymphknotenschwellungen im Achselbereich.Die Ursachen reichen von normalen, zyklischen Veränderungen über Hormonstörungen, Entzündungen, Zysten bis hin zu gutartigen Tumoren und bösartigen Prozessen. 

Deshalb ist hier eine besonders gründliche, kompetente und umfassende Abklärung erforderlich. Beginnend mit einer genauen Inspektion, gefolgt von einer Tastuntersuchung beider Brüste und der Lymphabflusswege, ggf. zusätzliche Analyse von Hormon- und Entzündungsparametern über eine hochauflösende Mammasonografie mit unseren modernen Ultraschallgeräten ist gelegentlich auch eine Mammographie (Röntgenuntersuchung einer oder beider Brüste) erforderlich.

Wir arbeiten hier mit allen regionalen Brustzentren zusammen, die im Bedarfsfall auch die Abklärung fragwürdiger Befunde durchführen können (z. B. mittels Magnetresonanztomografie, Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie oder Vakuumbiopsie). Alle bei uns oder in den Brustzentren erhobenen Befunde werden sofort mit Ihnen besprochen und – falls notwendig – die geeignete Therapie eingeleitet.

Auch hier gibt es ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten, das von Ultraschallkontrollen, medikamentöser oder physikalischer Therapie bis hin zu operativen Eingriffen reicht.

Endometriose

Endometriose ist eine häufige gutartige, aber oft schmerzhafte, chronische Erkrankung von Frauen, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt, z.B. im Gebärmuttermuskel, an Eierstöcken oder Eileiter, im Becken, an Bauchfell, Harnblase oder Darm, selten auch noch weiter entfernt.

Die Häufigkeit der Endometriose ist wesentlich größer als ihr Bekanntheitsgrad, bei gynäkologischen Operationen finden sich in bis zu 50 Prozent Endometrioseherde im Bauchraum, allerdings haben nicht alle dieser Patientinnen Beschwerden. Man kann davon ausgehen, dass etwa 10 Prozent der weiblichen Bevölkerung mit endometriosebedingten Beschwerden leben muss. 

Die versprengte Gebärmutterschleimhaut reagiert mit dem Menstruationszyklus und es kommt zu typischen Beschwerden wie Unterbauchschmerzen vor und während der Periode, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder Wasserlassen und Sterilität (Kinderlosigkeit). Die Beschwerden können zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen.

Das besondere Problem bei der Diagnose des Endometrioseleidens besteht darin, dass ein Endometrioseherd mit den üblichen, einer Arztpraxis zur Verfügung stehenden Mitteln, kaum feststellbar ist. Man kann lediglich indirekt auf das Vorhandensein von Endometriose schließen, wenn sich z.B. im kleinen Becken knotige Strukturen tasten lassen oder im Ultraschall sich typische „Schokoladenzysten“ an den Eierstöcken darstellen. Dies ist jedoch nur bei ausgedehnten, fortgeschrittenen Befunden der Fall. Besonders schwierig wird es, wenn sich Endometrioseherde im Gebärmuttermuskel verbergen (so genannte interne Endometriose). Hier gibt es oft nur diskrete, sonografische Veränderungen, die nur der erfahrene Untersucher entdecken kann. Diese Problematik hat dazu geführt, dass Endometriose oft gar nicht oder aber erst nach einem langen Leidensweg und Aufsuchen zahlreicher Praxen gefunden wird.

Auch bei dieser schwierigen Erkrankung stehen wir Ihnen mit unserer Erfahrung und unseren modernen Ultraschallgeräten zur Seite. Da Endometrioseherde häufig eine vermehrte Durchblutung aufweisen, können wir mittels Dopplersonografie zusätzliche Informationen gewinnen. Auch laborchemische Tests können im Einzelfall zur Klärung beitragen. Bei starken Beschwerden oder Sterilität ist jedoch häufig die Abklärung mittels Bauchspiegelung erforderlich, da nur so eine Diagnosesicherung (Biopsie aus Endometrioseherd) möglich ist. Gleichzeitig kann auf diesem Weg auch eine Therapie erfolgen mittels Verschorfung von Herden, Entfernung von Zysten u. s. w. 

Weitere Therapieansätze bestehen in der Gabe von Östrogen-Gestagenkombinationen (z.B. Pillenlangzyklus), kontinuierliche Gabe von Gestagenen (dies führt oft zur Blutungsfreiheit) oder Gabe so genannter GnRH-Analoga, wobei durch eine maximal sechsmonatige Injektionsbehandlung eine Art künstlicher Wechsel herbeigeführt wird, mit dem Ziel, die Herde auszutrocknen. 

In letzter Zeit werden auch zunehmend komplementäre Therapien eingesetzt wie Akupunktur, Yoga, Chinesische Medizin, Ernährungsumstellung (Omega-3-Fettsäuren), Homöopathie, Phytotherapie, Massagen, Moorbäder u. v. m.

Hormonstörungen

Hormone sind Botenstoffe, die praktisch alle Stoffwechselvorgänge in unserem Körper steuern. Hormone werden in verschiedenen Drüsen des menschlichen Körpers hergestellt.

Die Eierstöcke mit der Produktion weiblicher und männlicher Sexualhormone sind nur eine davon, weitere wichtige sind z.B. die Schilddrüse, die Nebennieren, die Hirnanhang- und die Bauchspeicheldrüse.
Da alle hormonbildenden Drüsen sich in ihrer Funktion gegenseitig beeinflussen, ist die genaue Kenntnis dieses Zusammenspiels von entscheidender Wichtigkeit, um hormonelle Erkrankungen adäquat therapieren zu können.

Wir Frauenärzte haben uns in den letzten Jahren durch kontinuierliche Fortbildung auf diesem Gebiet eine hohe Kompetenz erarbeitet.

Hormonelle Störungen können in jeder Lebensphase auftreten, besonders häufig werden in unserer Praxis folgende Themen angesprochen: Wechseljahresbeschwerden, Haarausfall, Akne, Hirsutismus (vermehrte Körperbehaarung) und Sexualstörungen.

Diese unterschiedlichen Beschwerden erfordern unter Umständen spezielle Hormonanalysen.
Hier arbeiten wir eng mit einem Speziallabor für Hormonbestimmungen zusammen. 
Je nach Befund und Interpretation kann somit eine individuelle Therapie eingeleitet werden. Wir beraten Sie dabei zum Für und Wider einer hormonellen Einflussnahme.

Infektionen

Infektionserkrankungen des äußeren Genitale, von Gebärmutter und Eierstöcken aber auch der Brust kommen sehr häufig in unserer Sprechstunde vor. Ebenfalls nicht selten suchen uns Patientinnen wegen entzündlicher Erkrankungen der Haut, des Darmes, der Harnblase oder des Analbereiches auf. 
Symptome wie Schmerzen, Brennen, Jucken, Schwellung, Rötung, Temperatur oder Ausfluss weisen auf eine mögliche entzündliche Ursache hin. 

Es ist besonders wichtig, dass Sie sich bei ersten Anzeichen oben genannter Symptome frühzeitig bei uns vorstellen. Hierfür stellen wir Ihnen auch kurzfristig Notfalltermine zur Verfügung. 
Wichtig bei allen entzündlichen Erkrankungen ist nämlich das schnelle Erkennen des auslösenden Erregers und die zeitnahe Behandlung der oft erheblichen Beschwerden, da sonst mit der Ausbreitung des Erregers und damit weiteren Schäden gerechnet werden muss.

Neben unserer klinischen Erfahrung unterstützt uns unser eigenes Praxislabor bei der Diagnostik. Neben Basisblutanalysen, die eine orientierende Einschätzung der Schwere der Infektion ermöglichen, haben wir eine langjährige Erfahrung in bakteriologischer und mykologischer Diagnostik. Unsere Kulturen werden von speziell aus- und fortgebildeten Arzthelferinnen zeitnah ausgewertet. Daneben verfügen wir auch über ein fortschrittliches Urindiagnosesystem (Clinitec-Reflexionsphotometer), welches uns in Sekundenschnelle präzise Analysen Ihres Harns liefert.
Ergänzend zu unserer umfangreichen Eigendiagnostik arbeiten wir mit mehreren renommierten Speziallaboren zusammen.

Die Behandlung entzündlicher Erkrankungen richtet sich vor allem nach der Art des Erregers und der Schwere der Erkrankung. Während wir bei leichteren Formen und Anfangsbefunden auch Naturheilverfahren einsetzen, sind manchmal zum Teil längere Behandlungen mit Antibiotika (gegen Bakterien wirksam) oder Antimykotika (gegen Pilze) erforderlich. Hier beraten wir Sie in der Regel auch über begleitende und vorbeugende Maßnahmen, um den Heilungsverlauf abzukürzen, Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten und ein Wiederkehren der Infektion zu verhindern.

Myome

Myome sind gutartige Wucherungen der glatten Gebärmuttermuskulatur. Von Myomen der Gebärmutter ist etwa jede vierte Frau betroffen. Es handelt sich meist um einzeln oder mehrfach auftretende Knoten der Gebärmutterwand. Nur etwa ein Drittel der Patientinnen mit Myomen hat Beschwerden, der Rest wird oft nur als Zufallsbefund im Rahmen einer Routinesonografie entdeckt. Im letzteren Fall ist keine Therapie notwendig.

Typische, durch Myome verursachte, Beschwerden sind Zyklusstörungen, Schmerzen- oder Fremdkörpergefühl im Unterbauch, Kreuzschmerzen, gehäufte Harnwegsinfekte und Störungen der Fruchtbarkeit (Fertilität). Besonders häufig sind überstarke oder überlange Periodenblutungen, die nach längerem Bestehen durchaus zu erheblicher Blutarmut mit entsprechenden Problemen wie Müdigkeit, Blässe, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche führen.

Neben dem klassischen Tastbefund (bimanuelle Untersuchung) ermöglicht der Vaginalultraschall eine genaue Diagnostik der Größe und Lokalisation der Myome.
Abhängig von der individuellen Situation und dem Beschwerdebild beraten wir Sie, ob sich aus dem Befund ein Handlungsbedarf ergibt.

Myome müssen nur behandelt werden, wenn sie Beschwerden machen oder evtl. bei Kinderwunsch. Die medikamentöse Behandlung hat in den letzten Jahren durch die Einführung einen neuen Präparates große Fortschritte gemacht. Ulipristalacetat ist ein Hormonrezeptorblocker der Myome schrumpfen lässt und myombedingte Blutungen stoppt. Auch nach Absetzung des Medikaments bleibt die Wirkung oft erhalten. Das Medikament kann ab dem Alter von 18 Jahren bis zum Beginn der Wechseljahre eingesetzt werden und hat erfreulich wenig Nebenwirkungen. Oft kann dadurch eine Operation eingespart werden. 

Weitere, nicht operative Methoden zur Myomentfernung sind der fokussierte Ultraschall und die Myom-Embolisation. Beide Methoden werden jedoch nur an spezialisierten Zentren durchgeführt und kommen nur in sehr seltenen Sonderfällen zur Anwendung.

Operative Therapie von Myomen: Prinzipiell können Myome einzeln mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder Bauchschnitt (Laparotomie) entfernt (z. B. bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung/Kinderwunsch) oder auch die Gebärmutter komplett entfernt werden.

Bei der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) wiederum gibt es mehrere, unterschiedliche Verfahren, die nach dem Zugangsweg (von der Scheide aus = vaginal, per Bauchschnitt = abdominal) oder dem Operationsverfahren (z. B. LAVH =laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie) benannt sind. Kein Verfahren kann immer zum Einsatz kommen, wir kennen die Vor- und Nachteile jeder Methode, da wir sie früher selbst eigenverantwortlich als Operateure durchgeführt haben und können Sie deshalb umfassend beraten.

Psychosomatische Beschwerden

Frauenärzte begleiten Frauen in wichtigen Lebensphasen. Pubertät, Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt und Wechseljahre sind entscheidende Erfahrungen im Leben von Frauen. Gerade in diesen Zeiten des Umbruchs suchen sie medizinische, psychologische und emotionale Unterstützung.

Die Tätigkeit des Frauenarztes bezieht sich auf Körperteile und Organe, die für die Intimsphäre einer Frau, ihr Selbstbild, ihre Sexualität sowie ihre Paarbeziehung von unmittelbarer Bedeutung sind. Dies erfordert vom Arzt ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen. 
Ebenso wichtig ist das Wissen über körperliche und seelische Wechselwirkungen. Die psychosomatische Medizin betrachtet Körper und Seele als Ganzes. 

Zahlreiche Krankheiten in der Frauenheilkunde haben psychosomatischen Charakter. 
Schwere Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebserkrankungen, erfordern immer auch eine psychosomatische Begleitung der ärztlichen Therapie, dies wird heute auch unter dem Begriff der Psychoonkologie zusammengefasst.
Psychosomatik ist nicht gleichzusetzen mit psychischer Erkrankung oder dass mit einem Menschen psychisch etwas nicht stimmt.Vielmehr ist sie Ausdruck dafür, dass das psychische und das körperliche Wohlbefinden eines Menschen eng aneinander gekoppelt sind.

So versteht sich von selbst, dass in jede ärztliche Behandlung das individuelle psychische Befinden mit einbezogen werden muss. Im Zentrum des ärztlichen Bemühens steht das sensible Beziehungsgefüge von Körper, Seele und Umwelt. Für die medizinische Diagnose gehört deshalb das partnerschaftlich angelegte Gespräch zwischen Arzt und Patientin an oberste Stelle.

Wir bilden uns in Psychosomatik-Kursen und Wochenendseminaren laufend fort und haben so Methoden der Gesprächsführung erlernt, die im gegenseitigen Miteinander den Behandlungserfolg zusätzlich positiv verstärken. Wir haben uns außerdem zur Aufgabe gemacht, diesem Aspekt der ärztlichen Behandlung ausreichend Zeit durch entsprechende Terminvergabe einzuräumen.

Sexualstörungen/Sexualberatung

Beim Menschen ist die Sexualität kein reines Instinktverhalten, sondern unterliegt auch bewussten Entscheidungsprozessen. Menschen drücken ihre sexuelle Zuneigung durch unterschiedliche Formen und Aspekte aus: Worte, Zärtlichkeiten, unterschiedliche sexuelle Praktiken, manchmal auch durch besitzergreifendes Verhalten.

Da zwischen der Sexualität des Mannes und der Sexualität der Frau erhebliche Unterschiede bestehen, führt dieser Unterschied zu mannigfaltigen Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den Geschlechtern. Folgen mangelnder Anpassung auf beiden Seiten können sich auch in sexuellen Funktionsstörungen bei Frau und Mann niederschlagen.Von einer sexuellen Dysfunktion wird gesprochen, wenn individuelle Ansprüche an eine erfüllte Sexualität nicht erreicht werden, die Person also unter einem Leidensdruck steht.

Sexualstörungen betreffen mindestens 20% der Patientinnen einer Frauenarztpraxis. Nach einer Einteilung der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin unterscheidet man Störungen des sexuellen Verlangens (Libidoverlust), Störungen der sexuellen Erregung, genitale Schmerzsyndrome (Dyspareunie), Störungen des Orgasmus (Anorgasmie), sowie Störungen aufgrund organischer Erkrankungen oder Medikamentengebrauchs.

Neben der obligatorischen gynäkologischen Untersuchung zum Ausschluss organischer Ursachen führt hier vor allem das Gespräch zur Aufklärung der Ursachen und zu einem Therapieansatz. Bereits durch das Erkennen der Hintergründe lernt die Patientin besser mit ihrem Problem umzugehen, Lösungswege können so gemeinsam erarbeitet werden.
Wenn sich als Ursache der Funktionsstörung eine funktionelle Erkrankung (z. B. Depression, Hormonmangel, Diabetes) herausstellen sollte, hilft oft eine geeignete, medikamentöse Therapie.

In manchen Fällen führen verhaltenstherapeutische Maßnahmen, eine Änderung der Lebens- oder der Ernährungsgewohnheiten oder ein klärendes Gespräch mit dem Partner zum Therapieerfolg.
Um Ihnen bei diesen Problemen besser helfen zu können, haben wir eine spezielle sexualmedizinische Ausbildung erhalten und machen regelmäßig Fortbildungen zu diesem Thema.

Unsere Bitte an Sie wäre, dieses Thema nicht zu tabuisieren, sondern Ihr Problem in unserer Sprechstunde offen anzusprechen.

Falls Sie Ihr Wissen zu diesem Themen noch vertiefen möchten, empfehlen wir Ihnen die nachfolgenden Links:
www.dgsmtw.de; www.dgfs.info

Unterbauchschmerzen

Das häufigste Symptom in der gynäkologischen Praxis sind Unterbauchschmerzen. Dahinter können sich die unterschiedlichsten Erkrankungen verbergen. Neben Erkrankungen der „klassischen“ gynäkologischen Organe wie Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke müssen auch Nachbarorgane wie Harnblase, Harnleiter, Nieren, der Darm, die Wirbelsäule, der Leistenkanal sowie die knöchernen Strukturen des Beckens in die differentialdiagnostische Abklärung miteinbezogen werden.

Neben einer sorgfältigen Anamneseerhebung sind wichtige, diagnostische Maßnahmen die Tastuntersuchung, die Spiegeleinstellung, die rektale Untersuchung, Eigen- und Fremdlabor sowie die vaginale und abdominale Ultraschall- und Doppleruntersuchung.

Gelegentlich ist es auch erforderlich, konsiliarisch Kollegen unterschiedlicher Fachbereiche, 
z. B. Radiologen, Orthopäden, Chirurgen, Internisten, Urologen oder Proktologen, hinzuzuziehen. Hierbei ist es von Vorteil, dass viele der oben genannten Fachgruppen in unserem Gesundheitszentrum Rottpark vertreten sind und damit unseren Patientinnen häufig weite Wege erspart bleiben.

Alle oben genannten Maßnahmen ermöglichen es uns, das Beschwerdebild einzugrenzen und eine Diagnose zu stellen. Unser Ziel ist es, rasch zu einer Diagnose zu kommen und dabei Patientinnen, die einer konservativen Therapie bedürfen, von Patientinnen, die einer operativen Therapie zugeführt werden müssen, abzugrenzen.

Wechseljahresbeschwerden

Das Klimakterium bezeichnet bei der Frau die Jahre der hormonellen Umstellung vor und nach der letzten Periode mit dem Übergang von der reproduktiven zur postmenopausalen Phase. Diesen Zeitabschnitt bezeichnet man auch als Wechseljahre. Mit Beginn des Wechsels treten individuell unterschiedlich Beschwerden des Wohlbefindens einer Frau zu Tage, die mit der nachlassenden Hormonabgabe der Eierstöcke in Zusammenhang stehen.

Die zahlreichen Beschwerden, die während des Klimakteriums auftreten können, werden unter dem Begriff Klimakterisches Syndrom zusammengefasst.
Es wird unterschieden zwischen Beschwerden, die plötzlich auftreten aber auch wieder verschwinden können (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Depressionen, Schlafstörungen, Antriebsschwäche und Gedächtnisstörungen) sowie Beschwerden, die mit Verzögerung auftreten, sich aber ohne Behandlung in der Regel langsam verschlimmern (Trockenheit der Schleimhäute und in der Folge Harnverlust und Schmerzen beim Verkehr, Haarausfall und verstärkter Haarwuchs im Gesicht sowie Knochenschwund = Osteoporose).

Zur Linderung der vegetativen Beschwerden, wie zum Beispiel Hitzewallungen, genügt in manchen Fällen eine Behandlung mit Pflanzenpräparaten (Traubensilberkerze, Rotklee, Soja oder Hopfenextrakte), regelmäßige körperlicher Aktivität oder Entspannungstechniken wie Yoga.

Nutzen und Schaden einer Hormontherapie werden heute nach zahlreichen, teils etwas einseitigen, Berichten in den Medien kontrovers diskutiert.

Neuere Präparate, insbesondere die sogennnten Bioidentischen Hormone, die häufig in Form von Gels oder Pflaster auf die Haut appliziert werden, haben der Hormonersatztherapie wieder Aufwind verschafft.

Bei einer reinen Östrogenbehandlung über die Haut ohne Gelbkörperhormonzusatz, z.B. bei Frauen nach Gebärmutterentfernung, besteht zurzeit nach allgemeiner Überzeugung kein erhöhtes Brustkrebsrisiko sowie auch kein erhöhtes Tromboserisiko.

Aber auch für Frauen, die ihre Gebärmutter noch haben, besteht Hoffnung. Diese müssen zwar bei einer Hormonbehandlung zusätzlich Gelbkörperhormone einnehmen, jedoch konnte durch die Einführung des natürlichen, also körpereigenen Progesterons (bioidentisches Progesteron) auch hier das Brustkrebsrisiko gesenkt werden, wenn nicht sogar (wie neuere Studien vermuten lassen) auf das Risiko nicht hormonanwendender Frauen reduziert werden.

Derzeit kann also immer mehr Frauen in den Wechseljahren eine geeignete Hormontherapie empfohlen werden, da die Vorteile bei Weitem überwiegen. 

Die lokale Anwendung von Östrogenen mittels Salben oder Zäpfchen soll den oben genannten Problemen (z.B.Schrumpfung der Scheidenhaut) abhelfen. Sie kommt auch zum Einsatz bei vaginaler Trockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Harnverlust in den Wechseljahren. 

Hier gibt es nach allgemeiner Überzeugung keine nennenswerten Risiken. Trotzdem kommen von Seiten der Pharmaindustrie inzwischen immer wieder neue, nicht immer preiswerte, Feuchtigkeitsgels oder -cremes in den Handel, um der wachsenden Nachfrage nach „natürlichen“ Mitteln zu begegnen. 

Wir versuchen, Ihnen die Vor- und Nachteile einzelner Therapien kompetent und umfassend darzustellen und erarbeiten dann die bestmögliche Therapie mit Ihnen zusammen. Dies erfordert Zeit, deshalb haben wir für die Wechseljahresberatung besondere Sprechzeiten eingerichtet. Sprechen Sie uns an.

Ein weiteres wichtiges Feld ist die Prävention und Früherkennung der Osteoporose. Neben einer ausgewogenen, kalziumreichen Ernährung und ausreichend Bewegung (3-mal die Woche eine Stunde Sport sollte es schon sein) kommt hier die Substitution mit Kalzium und Vitamin D sowie, bei schon manifester Osteoporose, die Behandlung mit Hormonen oder Bisphosphonaten in Betracht. Zur Früherkennung eignet sich am Besten die Knochedichtemessung, eine Röntgenuntersuchung, die beim Ortopäden durchegührt wird (DEXA-Methode).

Zysten am Eierstock

Die meisten Zysten am Eierstock (Ovarialzysten) sind so genannte funktionelle Zysten. Funktionelle Zysten können infolge der normalen, hormonell bedingten, zyklischen Veränderungen am Eierstock entstehen. Gelegentlich treten sie aber auch wegen eines gestörten Hormonhaushalts oder in Folge einer Hormontherapie auf. Funktionelle Zysten findet man praktisch nur bei der geschlechtsreifen Frau vor den Wechseljahren.

Funktionelle Ovarialzysten teilt man ein in Follikelzysten (entstehen aus Eibläschen), Corpus-luteum-Zysten (entstehen aus dem Gelbkörper nach dem Eisprung) und Luteinzysten (zahlreiche Zysten an beiden Ovarien z.B. in Folge einer Hormonbehandlung). Allen diesen Zysten ist eins gemeinsam: sie bilden sich meist von selbst zurück und bedürfen bei Beschwerdefreiheit keiner Therapie.

Die Polyzystischen Ovarien sind eine Sonderform der funktionellen Zysten, sie sind ein eigenständiges Krankheitsbild, das in der Regel mit einer zusätzlichen Hormonstörung einhergeht, man spricht dann vom so genannten PCO-Syndrom. An den Eierstöcken finden sich zahlreiche kleine, meist randständige Zystchen. Diese Krankheit, obwohl gutartig, ist deshalb besonders unangenehm, weil sie erstens unglaublich häufig ist (4-12 % der Frauen im gebärfähigen Alter) und außerdem oft zu Unfruchtbarkeit und Gewichtszunahme mit entsprechenden Folgen (Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen) führt. 
Die Behandlung richtet sich danach, ob Kinderwunsch besteht oder nicht. Im ersten Fall führen Stimulationsbehandlungen der Eierstöcke mit bestimmten Medikamenten (Metformin, Clomifen, LH, FSH) oder operative Eingriffe an den Eierstöcken (Laserhatching) oft zum gewünschten Erfolg. Im zweiten Fall werden so genannte antiandrogene Pillen gegeben, um die Überproduktion männlicher Hormone am Eierstock zu unterbinden.
Besonders wichtig für alle PCO-Patientinnen ist die bewusste Ernährung und Gewichtsoptimierung sowie regelmäßige sportliche Betätigung.

Ein weiteres eigenständiges Krankheitsbild, welches zu Zystenbildung am Eierstock führen kann, ist die so genannte Endometriose (siehe Kapitel Endometriose). Endometriosezysten haben ein charakteristisches Aussehen. Sie enthalten schokoladenfarbig eingedickte Blutabbauprodukte und werden deshalb auch als Schokoladenzysten bezeichnet. Therapie siehe Kapitel Endometriose.

Retentionszysten entstehen durch Sekretverhalt von Drüsen. Sie sind harmlos, nicht hormonaktiv und bedürfen bei Beschwerdefreiheit keiner Behandlung. Da sie aber oft sehr lange bestehen bleiben, ohne eine Rückbildungstendenz zu zeigen, können sie Patientin und Behandler verunsichern und zu mehrfachen Ultraschallkontrollen Anlass geben.
Dermoidzysten sind primär gutartige Veränderungen und können einen Durchmesser von bis zu 25 cm erreichen. Am häufigsten treten sie bei Mädchen vor Erreichen der Pubertät und jungen Frauen auf. Eine Entartung in einen bösartigen Tumor tritt in ein bis zwei Prozent der Fälle ein, hauptsächlich bei Frauen über 40 Jahre. Aus diesem Grund sollten Dermoidzysten immer, in der Regel per Bauchspiegelung, entfernt und einer feingeweblichen Untersuchung zugeführt werden.

Unsere modernen Ultraschallgeräte können bereits wenige Millimeter große zystische Veränderungen am Eierstock erkennen. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um vorübergehende, harmlose Befunde, die nicht operiert werden müssen.

Ein Grund zur operativen Abklärung besteht immer bei starken oder anhaltenden Bauchschmerzen, bei akuten Komplikationen (z.B. Stieldrehung = Verdrehung der Zyste im Bauch mit Abschnürung der Blutzufuhr, eher selten), bei Verdacht auf Bösartigkeit (z. B. bei Dermoidzysten oder wenn eine Zyste nach dem Wechsel neu entsteht) und bei Kinderwunsch im Falle von PCO oder Endometriosezysten.

Abhängig vom Größe und Erscheinungsbild der Zyste im Ultraschallbefund, dem Alter und dem Beschwerdebild der Patientin müssen also unterschiedliche Therapieentscheidungen getroffen werden. Diese können von der bloßen Beobachtung über mehrere Zyklen bis hin zur sofortigen operativen Intervention reichen. 
Durch eine sorgfältige klinische Untersuchung verbunden mit Ultraschalldiagnostik und ggf. Ultraschall-Doppleruntersuchung der Zyste kann durch unsere klinische Erfahrung meist die richtige Einschätzung der Situation getroffen werden. Unser Ziel ist es dabei, sie optimal zu beraten und unnötige operative Interventionen zu vermeiden.