ERWEITERTE KREBSVORSORGE


Ihre gesetzliche Krankenkasse gewährt Ihnen eine Versorgung für das „medizinisch Notwendige“. Die moderne Medizin bietet darüber hinaus zahlreiche empfehlenswerte und sinnvolle Zusatzleistungen an, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind.

Neben den oben genannten Standarduntersuchungen bieten wir Ihnen daher eine Reihe sinnvoller Zusatzuntersuchungen an, welche die Vorsorgesicherheit erhöhen können.

Die Kosten für diese individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL) dürfen jedoch nicht zu Lasten Ihrer Krankenkasse erbracht werden und müssen deshalb von Ihnen auf der Basis der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) übernommen werden. Die Basisversorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung führen wir natürlich weiterhin für Sie als Kassenleistung durch. Sie können mehr für Ihre Gesundheit tun, nutzen Sie das erweiterte Spektrum der Gesundheitsvorsorge und bestimmen Sie selbst, was Ihnen wichtig erscheint.

Wir werden Sie gerne beraten, welche Maßnahmen in Ihrem Falle für Sie speziell empfehlenswert sind.

Wir bieten erweiterte Vorsorgeuntersuchungen für die folgenden Krebserkrankungen an:

Brustkrebs-Vorsorge

In Deutschland ist der Brustkrebs (Mammakarzinom) mit einem Anteil von 28 % aller Krebsneuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Dies sind in Deutschland etwa 57.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Betroffen sind vor allem Frauen jenseits des 30. Lebensjahres, aber auch Frauen zwischen 20 und 30 können von dieser Erkrankung betroffen sein.

Neben einer eventuell notwendigen Röntgenuntersuchung stellt die Ultraschalluntersuchung der Brust eine sinnvolle Ergänzung der Früherkennung dar.

Um Ihre persönliche Vorsorge zu optimieren, sollte spätestens ab dem 40. Lebensjahr nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Senologie neben der Tastuntersuchung noch die Ultraschalldiagnostik hinzugezogen werden. Mit dieser zusätzlichen Ultraschalluntersuchung der Brust kann eine Feinbeurteilung der Brustdrüse erfolgen. Sie erlaubt damit eine wesentlich genauere Beurteilung der Brust und der Lymphknoten in der Achselhöhle und ist somit zur Frühdiagnostik von Brusterkrankungen geeignet.

Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge

Der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist weltweit der zweithäufigste bösartige Tumor bei Frauen. Die häufigste Ursache für ein Zervixkarzinom ist eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomvirus (HPV).

Die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs kann durch regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen in nahezu allen Fällen vermieden werden. Durch die Abstrichdiagnostik werden mit hoher Sicherheit Krebsvorstufen erkannt, die anschließend durch kleine operative Eingriffe behandelt werden können. 

Ein Nachteil des normalen Vorsorgeabstrichs ist, dass unerwünschte Beimengungen wie Blut oder Schleim dem Untersucher bei der Befundung mit dem Mikroskop große Schwierigkeiten bereiten können. 

Unsere Praxis bietet alternativ zum diesem üblichen Vorsorgeabstrich den so genannten ThinPrep-Test an. Mittels dieser Abstrichmethode kann die Präparatequalität deutlich verbessert werden.

Bei der in den USA entwickelten ThinPrep®-Technik werden die Zellen des Vorsorgeabstriches mittels spezieller Entnahmegeräte, Transportmedien und computergesteuerter Verarbeitung derart aufbereitet, dass der beurteilende Zytologe einen saubere, einlagige Zellschicht ohne Verunreinigungen von Blut, Schleim oder Entzündungszellen begutachten kann.

Der ThinPrep-Test ist jederzeit ohne Voranmeldung im Rahmen Ihrer Vorsorge möglich.

Sobald das Abstrichergebnis bei uns eintrifft, erhalten Sie umgehend einen kommentierten, schriftlichen Befundbericht.

Eine weitere, wichtige Ergänzung zum Vorsorgeabstrich ist der HPV-Test. Hinter der Abkürzung HPV verbirgt sich das Humane Papillomvirus. Es gibt davon viele verschiedene Unterarten. Einige davon sind verantwortlich für die Entstehung von Warzen an Händen, Füßen oder im Genitalbereich. 

Besonders gefährliche Typen dieses Virus (high risk Gruppe) können Zellveränderungen am Gebärmutterhals bis hin zu Gebärmutterhalskrebs auslösen.

Die Übertragung der (high risk) HPV erfolgt auf dem Wege des Geschlechtsverkehrs von Mensch zu Mensch. Ihr Vorkommen ist sehr häufig, jedoch merkt die Mehrheit hiervon nichts, da die Infektion meist symptomlos verläuft. Bei den meisten Patientinnen heilt die HPV-lnfektion nach ein paar Jahren von selbst aus, nur bei einigen kommt es zu Zellveränderungen am Gebärmutterhals.

Der Nachweis von HPV erfolgt mittels moderner, laborchemischer Verfahren, die laufend dem Stand der Wissenschaft angepasst werden. Inzwischen ist es möglich, bei positivem Virusnachweis den Virustyp genau zu bestimmen und Aussagen über das Risiko der Entwicklung von bösartigen Zellveränderungen am Gebärmutterhals zu treffen.

Was bedeutet ein positiver HPV-Test?

Der Nachweis von HPV bedeutet für sich genommen noch keine Erkrankung. Bei gleichzeitig unauffälligem Vorsorgeabstrich sind Ihre Chancen sehr gut, dass das Virus nach einiger Zeit verschwindet. Vorsorglich werden jedoch kürzere Kontrollabstände (z.B. halbjährlich) empfohlen.

Die Entnahme des HPV-Abstrichs erfolgt vom Gebärmutterhals und kann gleichzeitig mit dem Krebsvorsorgeabstrich (konventioneller Pap-Test oder ThinPrep-Test) durchgeführt werden.

Sobald das Abstrichergebnis bei uns eintrifft, erhalten Sie umgehend einen kommentierten schriftlichen Befundbericht.

HPV-Impfung

Seit einigen Jahren gibt es auch eine Impfung gegen die HPV-lnfektion, nach Untersuchungen des Impfstoffherstellers Sanofi-Pasteur-MSD schützt sie weitgehend vor dem Auftreten von bösartigen Zellveränderungen am Gebärmutterhals (96-100%). Eine Grundimmunisierung wird nach dreimaliger Impfung erreicht. Sinnvoll ist die Impfung für alle Mädchen und Frauen vor dem ersten Sexualkontakt bzw. mit wechselnden Partnern.

Prinzipiell sinnvoll wäre die Impfung auch für junge Männer, da diese als Überträger für HPV in Frage kommen. Wegen der relativ hohen Impfkosten (ca. 500 €) und weil sie selbst kaum gefährdet sind werden derzeit in der Praxis nur sehr wenige Männer geimpft.

In Deutschland übernehmen die Krankenkassen die Impfkosten für 12 bis 17 jährige Mädchen. Trotzdem machen nur etwa 30 Prozent in dieser Altersgruppe vom kostenlosen Impfangebot Gebrauch. In anderen Ländern liegt die Impfrate noch niedriger (USA 11%). Da sich in absehbarer Zeit diese Situation auch nicht bessern wird, muss eine junge Frau derzeit bei ungeschütztem Verkehr mit einem neuen Partner von einem 25%igen Risiko ausgehen, sich mit HPV zu infizieren.

Wir können Sie deshalb nur ermutigen, vom Impfangebot unserer Praxis Gebrauch zu machen. Mädchen bis zum 18. Geburtstag benötigen für die Impfung lediglich ihre Krankenversicherungskarte. Weitere Informationen zu HPV gibt’s über den nachfolgenden Link: www.familienplanung.de/beratung/haeufige-fragen/humane-papillomaviren-hpv 

Gebärmutter- und Eierstockkrebs-Vorsorge

Der Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) betrifft vor allem Frauen im höheren Lebensalter, aber immerhin 5% aller betroffenen Frauen sind jünger als 40 Jahre. In Deutschland gibt es ca. 11.000 Neuerkrankungen jährlich.

Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes aber auch Hormontherapien oder eine Vorgeschichte mit häufigen Zyklusstörungen.

Neben der Befragung zum Blutungsverhalten können durch eine ergänzende Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter (Vaginalsonografie) Veränderungen frühzeitig erkannt werden.

An Eierstockkrebs erkranken jährlich etwa 9.000 Frauen in Deutschland. Das Durchschnitts-alter beträgt 65 Jahre, aber auch jüngere Frauen sind betroffen. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf. Kinderlose und Spätgebärende haben gegenüber der Normalbevölkerung ein 2,5-fach erhöhtes Risiko daran zu erkranken.

Beim Eierstockkrebs kommt es erst bei weit fortgeschrittener Erkrankung zur Ausbildung von Beschwerden. Daher ist bei dieser Erkrankung eine Früherkennung besonders wichtig.

Durch eine die Tastuntersuchung ergänzende Ultraschalluntersuchung (Vaginalsonografie) können Veränderungen an den Eierstöcken besser und frühzeitiger erkannt werden, bevor es zu Beschwerden kommt.

Darmkrebs-Vorsorge

Darmkrebs ist in Deutschland bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung, an der mehr als sechs Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens erkranken.

Als Risikofaktoren für Darmkrebs gelten: Erkrankung von Familienangehörigen (besonders erstgradige Verwandte), Rauchen, regelmäßiger Alkoholgenuss, Übergewicht, Bewegungsmangel, ballaststoffarme Ernährung (viel Fleisch, wenig Gemüse etc.) sowie Lebensalter über 40 Jahre.

Der immunologischen Stuhltest hat eine Erkennungsrate von über 80% gegenüber 43% beim herkömmlichen Guajak-Test (das ist der Test, den Sie als Kassenleistung ab dem 50. Lebensjahr bekommen).

Ein weiterer Vorteil des immunologischen Stuhltests besteht darin, dass er nur auf menschliches Blut anspricht, der Guajak-Test aber auch auf tierisches Blut reagiert, also bei Diätfehlern, z.B. Fleischgenuss, fasch positiv anzeigt.

Der Immunologische Stuhltest ist unabhängig von der jeweiligen Ernährung. Außerdem ist er etwa 10-mal sensibler, das heißt er reagiert auf winzigste Blutbeimischungen.

Sie erhalten bei Ihrer Vorsorge den Test zur häuslichen Anwendung. Diese wird Ihnen genau erklärt. Wenn Sie die Stuhlprobe nicht sofort bringen können, bitte kühl lagern (z.B. Kühlschrank). Das Ergebnis wird Ihnen entweder sofort bei Auswertung oder – falls Sie nicht persönlich anwesend sind – umgehend schriftlich mitgeteilt.

Blasenkrebs-Vorsorge

Der Blasenkrebs ist die fünfthäufigste bösartige Tumorerkrankung in Deutschland (ca. 25.000 Neuerkrankungen pro Jahr).

Tabakrauchen ist der wichtigste Risikofaktor (sechsfach erhöhtes Risiko), weitere Risikofaktoren sind z. B. häufige Harnwegsinfekte, Verwendung von Haarfärbemitteln oder künstl. Süßstoffen, berufliche Exposition (Friseure, Zahntechniker), chloriertes Wasser (häufige Schwimmbadbesuche) oder auch bestimmte Therapien (Radiojod) oder Medikamente (Schmerzmittel).

Ein neuartiger, einfach durchzuführender Urintest hat jetzt den Durchbruch in der Früherkennung gebracht. Gesucht wird nach dem von Blasenkrebszellen produzierten Protein NMP 22. Bereits Frühformen des Blasenkrebses geben es in den Urin ab, wo es mit dem von uns verwendete NMP22 BladderCheck nachgewiesen werden kann.

Wir können den Test während Ihres Arztbesuches durchführen – eine Urinprobe genügt. Sie erhalten sofort – also noch bei Ihrer Vorsorge – das Testergebnis.

Vorsorge-Paket

Wenn Sie jetzt bei den vielen Möglichkeiten den Überblick verloren haben sollten, dann hilft Ihnen vielleicht unser Vorsorge-Paket mit den wichtigsten Leistungen Vaginalultraschall, Brustultraschall und immunologischer Stuhltest.

Ihre Vorteile dabei sind:

  1. Sie erhalten einen Termin in unserer Privatsprechstunde 
  2. Sie werden zeitnah und schriftlich über alle erhobenen Befunde informiert.
  3. Sie profitieren von unseren günstigen Laboreinkaufskonditionen, die wir direkt an Sie weitergeben – fragen sie nach dem jeweiligen Tagespreis.
  4. Sie können das Vorsorgepaket beliebig erweitern, z.B. mit dem ThinPrep-Test oder dem HPV-Test, je nach Alter und persönlichem Risikoprofil. Wir beraten Sie ausführlich über sinnvolle, präventive Laborchecks (siehe Zusatzausbildung Präventionsmedizin).