ONKOLOGIE


Krebs ist eine Erkrankung, die das Leben sehr verändert. Nicht nur die Patientin ist betroffen, sondern auch die ihr nahe stehenden Menschen - der Partner, die Familie, Freunde.

Die Diagnose Krebs trifft die Frau oft plötzlich und unvorbereitet. Krebs macht Angst und verändert das Selbstbild der Frau tief greifend. In dieser Situation braucht die Patientin ein Umfeld, das sie stützt und ihre eigenen Kräfte stärkt.

Die Zeit der Behandlung und das „Sich-Einstellen“ auf die veränderte Lebenssituation ist für viele ein Prozess, der durch extreme und gegensätzliche Gefühle gekennzeichnet ist. Zuversicht, Mut und Entschlossenheit können abwechseln mit Phasen großer Enttäuschung und Niedergeschlagenheit. Trauer, Wut, Verzweiflung, Bedürfnis nach Nähe oder Rückzug – mitunter können diese Gefühle ständig wechseln. Haben Sie Geduld und Verständnis für sich. Sie leisten seelische Schwerstarbeit.

Persönliche Betreuung

Um die Anforderungen zu bewältigen, die Krankheit und Behandlung an sie stellen, benötigt die Patientin eine Therapie, die sie in allen Phasen umfassend unterstützt. Neben der fachlichen Qualität der medizinischen Betreuung spielt hierbei das Vertrauensverhältnis zwischen Patientin und Arzt eine entscheidende Rolle.

Es gibt leider keine Patentlösung, die jeder Betroffenen hilft. Jeder Mensch ist einzigartig und bringt seine eigene Art und Weise im Umgang mit der Erkrankung mit. Daher gibt es auch keine „richtige“ oder „falsche“ Art der Krankheitsbewältigung. Wir können Ihnen aber einige Anregungen dazu geben, wie Sie seelische Belastungen verringern können.

Manchmal ist die Umsetzung bisheriger beruflicher Pläne und privater Ziele nicht mehr möglich. Dies kann aber auch ein „Anstoß“ sein, die bisherigen Lebensvorstellungen zu überdenken und offen für neue Erfahrungen zu werden. Vielleicht kamen früher Bereiche zu kurz, für die Sie sich heute mehr Zeit nehmen wollen. Oder es bietet sich die Chance, festgefahrene, unbefriedigende Gewohnheiten zu verändern.

Operation, Bestrahlung oder chemotherapeutische Maßnahmen können das Sexualleben beeinträchtigen. Dadurch fühlen sich viele Patientinnen in ihrem Selbstwertgefühl verletzt und trauern über verloren gegangene Fähigkeiten. Auch hier ist es wichtig, sich zu öffnen und über die sexuellen Schwierigkeiten zu sprechen.

Fachübergreifende Zusammenarbeit

Die ständige Weiterentwicklung der gynäkologischen Krebsforschung und die zunehmende Spezialisierung der Fachbereiche macht eine enge Kooperation aller beteiligten Mediziner notwendig. Die Frauenärzte am Rottpark arbeiten eng mit den regionalen Kliniken, insbesondere dem Brustzentrum Eggenfelden, mit Radiologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Labormedizinern zusammen und kooperieren gut mit allen Hausärzten. Durch Teilnahme am Disease Management Programm (s.u.) und regelmäßige Fortbildung sichern wir die hohe Qualität unserer Diagnostik und Therapie, indem wir sie stets an den wissenschaftlichen Fortschritt anpassen.

Komplementäre Krebstherapie

Ein neuer Begriff setzt sich für zusätzliche Behandlungsverfahren in der Krebstherapie durch, die so genannte komplementäre Medizin. Bis Mitte der 80er Jahre glaubte man, dass es keine körpereigene Krebsabwehr gäbe.

Heute stellt die biologische Krebstherapie eine vierte Säule in der Krebstherapie in Ergänzung zu den drei konventionellen Säulen Operation, Strahlen- und Chemotherapie dar. Sie ist Teil eines auf das Individuum abgestimmten, ganzheitlichen Therapiekonzeptes. Eine Krebstherapie ohne Berücksichtigung dieser neuen Methoden ist nicht vollständig.

Der Einsatz komplementärer Behandlungsmethoden ermöglicht nicht nur eine Verbesserung der Lebensqualität, sondern auch eine Verbesserung des Ansprechens der Behandlung und eine Verringerung von Nebenwirkungen einer tumordestruktiven Therapie.

Mit diesen komplementären Behandlungen kann die "therapeutische Lücke" geschlossen werden, die für die meisten Patienten entsteht, wenn die klinische Behandlung abgeschlossen ist und nur noch die abwartende Nachsorgeuntersuchung empfohlen wird.

Eine adjuvante Immuntherapie sollte grundsätzlich in Erwägung gezogen werden, um Tumorvergrößerungen, Rezidive und Tumorstreuungen prophylaktisch zu beeinflussen. Konventionelle Verfahren der Krebstherapie beeinflussen den Prozess der Erkrankung, unkonventionelle Verfahren beeinflussen den Prozess der Genesung.

Folgende geprüfte und erprobte Therapieverfahren fasst man unter komplementärer Behandlung zusammen:

  • Stoffwechselaktivierung (Ernährung)
  • Psychische Wegbegleitung
  • Körperliche Aktivierung (Sport)
  • Antioxidantien
  • Vitamine
  • Spurenelemente
  • Enzyme
  • Gluthation
  • Melatonin 
  • Immunmodulation (Misteltherapie)
  • Organotherapie 
  • Thymuspeptide
  • Xenagene
  • Peptide
  • Organlysate 
  • Mikrobiologische Darmtherapie
  • Orthomolekulare Medizin

Disease Management Programm

Die Frauenärzte am Rottpark sind am Disease Management Programm (DMP) Brustkrebs beteiligt. Ein Disease Management Programm, kurz DMP genannt, ist ein systematisches Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen, das sich auf die Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin stützt.

Mit Hilfe von Disease Management Programmen sollen Patienten, die unter chronischen Krankheiten leiden, durch eine gut abgestimmte, kontinuierliche Betreuung und Behandlung vor Folgeerkrankungen bewahrt werden, Haus- und Fachärzte sowie Krankenhäuser, Apotheken und Reha-Einrichtungen koordiniert zusammenarbeiten sowie die Therapieschritte nach wissenschaftlich gesichertem medizinischen Wissensstand aufeinander abgestimmt werden.

Disease Management Programme stellen keinen Ersatz für die Therapie durch einen Arzt dar, sondern sind als unterstützende und koordinierende Maßnahme vorgesehen. In erster Linie haben sie informativen Charakter, d. h. der Patient wird über seine Krankheit, deren Symptome und Bedeutung, Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente und Spezialärzte umfassend aufgeklärt.

Die Teilnahme der Patientin ist freiwillig, wird jedoch häufig mit Bonusmaßnahmen unterstützt, z. B. durch Erstattung der Praxisgebühr.

Die Einschreibung erfolgt in der Regel durch uns nach persönlicher Rücksprache und erfolgter Zustimmung der Patientin.

Falls Sie noch weitere Fragen zum DMP haben, wenden Sie sich gerne an unsere DMP-Beauftragte.